Lohnfertigung in Massivholz: von der Zeichnung zur ersten Serie
Wer Massivholzteile zukaufen will, sucht meist nach einem Preis. Was am Ende über das Ergebnis entscheidet, ist aber der Ablauf davor — und der lässt sich vorher prüfen.
Lohnfertigung bedeutet: Sie bringen die Konstruktion, wir bringen die Fertigung. Das Produkt verlässt unser Werk unter Ihrem Namen, in Ihrer Verpackung, ohne dass wir gegenüber Ihrem Endkunden in Erscheinung treten. Etwa die Hälfte unseres Geschäfts läuft so — und rund 90 % der Kunden, die einmal eine Serie bei uns gefertigt haben, kommen mit der nächsten wieder.
1. Welche Unterlagen wir brauchen
Wir arbeiten mit CAD, DWG, DXF, STEP und PDF. Genauso gut funktioniert ein physisches Muster: ein vorhandenes Teil, das nachgebaut oder weiterentwickelt werden soll. In der Praxis ist das Muster oft der schnellere Weg, weil es Fragen beantwortet, die in keiner Zeichnung stehen — Kantenradius, Haptik der Oberfläche, Farbtiefe der Beize.
Was in der Anfrage stehen sollte: Holzart, Sortierung, Fertigmaße mit Toleranzen, Oberfläche, Stückzahl und Zieltermin. Fehlt die Sortierung, sind aus einer Anfrage schnell drei verschiedene Produkte mit drei verschiedenen Preisen geworden.
Am häufigsten fehlt in der ersten Anfrage die Toleranz. Ohne Toleranz kann ich rechnen, aber ich kann nicht zusagen — und genau daran scheitern später die Reklamationen.
2. Die technische Prüfung vor dem Angebot
Bevor ein Preis entsteht, geht die Zeichnung durch die Fertigung. Geprüft wird, ob sich das Teil in Massivholz überhaupt sinnvoll umsetzen lässt: ob die Faserrichtung die geplante Belastung trägt, ob die Verleimung bei der gewünschten Breite standhält, ob eine Kante in der Sortierung reproduzierbar ist.
Aus dieser Prüfung kommt gelegentlich ein Gegenvorschlag zurück: eine andere Lamellenbreite, ein anderer Aufbau, eine geänderte Kante. Das ist kein Ausweichen, sondern der Punkt, an dem spätere Reklamationen entstehen oder eben nicht.
3. Prototyp: warum rund sieben Tage realistisch sind
Nach der technischen Freigabe entsteht ein Prototyp, in der Regel in etwa sieben Tagen. Diese Zeit geht nicht in die Bearbeitung — die dauert Stunden. Sie geht in das Holz: Zuschnitt, Akklimatisierung, Verleimung, Ruhephase, dann erst Endbearbeitung und Oberfläche. Wer den Prototyp überspringt, verlagert dieses Risiko in die Serie.
Der Prototyp ist gleichzeitig das Dokument, auf das sich beide Seiten später berufen. Wird er freigegeben, legen wir ihn als Referenzmuster ab.
4. Von der Freigabe zur Serie
Die Serie läuft auf 2.500 m² in zwei Produktionseinheiten. Die Maßkontrolle passiert zweimal: an den Lamellen vor dem Pressen und an der fertigen Platte danach. Abweichungen zeigen sich dort — nicht erst beim Kunden. Vor dem Versand entsteht eine Fotodokumentation der Charge.
Wenn es die erste Serie eines neuen Produkts ist, ist eine Abnahme im Werk vor der Verladung sinnvoll. Ein Werksbesuch ist nach Absprache jederzeit möglich, und eine unabhängige Prüfstelle können Sie ebenfalls beauftragen — wir stellen Zugang und die notwendigen Informationen bereit.
Der überzeugendste Nachweis für einen Fertigungspartner ist die Fertigung selbst. Kommen Sie nach Usora und sehen Sie sich an, wie die Serie läuft, bevor Sie sie bestellen.
5. Was bei der Nachbestellung passiert
Hier trennt sich Lohnfertigung von einfachem Zukauf. Zu jeder freigegebenen Serie liegt ein Referenzmuster im Werk. Kommt die Nachbestellung nach zwei Jahren, wird gegen dieses Muster gefertigt, nicht gegen die Erinnerung. Elemente eines Objekts schneiden wir aus derselben Charge, damit der Farbton über alle Teile passt.
Für Filial- und Objektkonzepte ist genau das der entscheidende Punkt: Die zwölfte Filiale muss aussehen wie die erste. Für TAOASIS haben wir über 300 Massivholzregale für mehrere Standorte gefertigt, und mit KOINOR arbeiten wir seit rund acht Jahren zusammen.
- Unterlagen: CAD, DWG, DXF, STEP, PDF oder physisches Muster
- Prototyp: ca. 7 Tage nach technischer Freigabe
- Produktionsfläche: 2.500 m² in zwei Einheiten
- OEM-Anteil am Geschäft: ca. 50 %
- Wiederkehrende Kunden: ca. 90 %
- Maßkontrolle: vor dem Pressen und nach dem Pressen
Die Zeitangaben sind Richtwerte aus laufender Fertigung und hängen von Holzart, Stärke und Oberfläche ab. Verbindliche Termine legen wir projektbezogen fest.
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Zeichnung prüfen lassen
Senden Sie uns die Zeichnung oder ein Muster. Wir prüfen die Fertigungsmöglichkeiten und melden uns innerhalb von maximal sieben Tagen.
Direkter Ansprechpartner: Haris Ćostović, stellv. Geschäftsführer. Kommunikation auf Deutsch und Englisch.